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Marie ist eine erfolgreiche, mit Preisen überhäufte Schauspielerin. Sie hat alles erreicht, was eine Frau in ihrem Beruf erreichen kann. Doch jetzt bricht sie mit ihrem alten glanzvollen Leben, um ein neues zu beginnen. Während Marie in ihrer Wohnung packt, läßt sie den Erinnerungen freien Lauf: an die schönsten und die schrecklichsten Momente ihrer Karriere, an ihren Mann und langjährigen Regisseur, die enttäuschte Liebe ihres Lebens - allein für ihn nimmt sie auch ihren letzten Film auf, der sie beim Abschiednehmen zeigt.
Ein intimes Dokument ihrer Gefühle, eine Abrechnung mit ihren Liebhabern, ein Zeugnis ihres Aufbruchs in ein neues Leben.

Foto: Alexander Beck
Mein letzter Film: Die Abrechnung einer großen Schauspielerin, die alle Rollen in ihrem Leben gelebt und gespielt hat. Bodo Kirchhoff hat sein einfühlsames Buch Hannelore Elsner gewidmet; der Regisseur Oliver Hirschbiegel ("Das Experiment") hat die literarische Vorlage in einen beklemmenden und zugleich befreienden Film umgesetzt. - "Ein atemberaubendes Solo."
Frankfurter Allgemeine Zeitung
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P u b l i k a t i o n e n
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Mein letzter Film
1. Auflage 2002
Frankfurter Verlagsanstalt
Frankfurt am Main 2002
92 Seiten
ISBN 3-627-00099-4
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Leseprobe
Das ist mein letzter Film. Und er ist nicht fürs Publikum. Fünf Leute nur, fünf geht das hier etwas an. Mich vor allem, wie man sieht. Und dich, lieber Richard. Ferner eine alte Freundin. Und noch zwei weitere Personen, beide männlich.
Wie seh ich aus?
Erst neulich schrieb wer: Zeitlos schön, in den Jahren, die verfliegen. Ich wollte es glauben, aber ich habe es nicht geglaubt. Die Jahre sind verflogen. Über fünfzig.
Ich packe hier und rede, keiner sollte mehr erwarten. Und nur ein einziger Koffer diesmal, es kommt nicht viel mit. Ein paar Kleider, ein paar Dinge, dieses Foto hier etwa ...
Ich neben Richard, während ich seiner Rede lausche, bevor er mir einen Preis überreicht.
Den Preis der Preise, vergangenes Jahr.
Wo ist meine Brille? Sie ist immer weg.
Da ist sie. Also: In der ersten Reihe erkennt man Paul, der mich schon immer verehrt hat, worüber sich Richard nur amüsierte, während es an Tomas - der auch im Saal sitzt, aber nicht auf dem Bild ist - völlig vorbeiging.
Ich kenne Richard jetzt seit dreißig Jahren. Und bis vor vier Jahren waren wir ein uneinnehmbares Paar, die Festung Richard-und-Marie. Bis ich einige Dinge erfuhr und wollte, daß er hier auszieht.
Tomas war dann für mich, kurzfristig, so was wie eine Insel. Und daß sich Paul und ich über den Weg liefen, war eine Frage der Zeit. Ich beschränke mich auf die Vornamen. Und sage nur, was ich weiß, in der klassischen Filmlänge. Die wunden Punkte, neunzig Minuten.
Ich wollte mit Richard alt werden, ich schwör's. Vorübergehend gab es diesen Plan auch im Hinblick auf Tomas, allerdings eher aus Not. Und einmal habe ich sogar mit dem Gedanken gespielt, an der Seite von Paul alt zu werden, obwohl Paul Familie hat.
Das Problem aller drei ist nur, daß sie überhaupt nicht alt werden wollen.
Ich habe das bei jedem angesprochen, vergebens. Männer stellen sich gern tot, wenn es ernst wird, Frauen werden dadurch erst lebendig. Im allgemeinen.
Also das Foto kommt mit. Und dann diese Schuhe. Die machen mich größer, aber nicht zu groß. Sie verraten eher Geschmack als ein Manko.
Und der erste, der diesen Film hier in die Finger bekommt, der dürfte mich verraten.
Richard wird meinen letzten Film weitergeben. Er kann der Versuchung nicht widerstehen, und irgendein Sender wird es bringen. Mir also gleich das Publikum zu denken ist nur logisch. Guten Abend.
Guten Abend ...
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Digitale Präsentation der Leseprobe mit freundlicher Erlaubnis der Frankfurter Verlagsanstalt sowie des Autors
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